Dies und das Test Zubehör

Timelapse: Erste Schritte mit qDslrDashboard und LRTimelapse

Ich bin ein großer Timelapse-Fan und freue mich immer wieder, wenn ich gut gemachte Timelapse-Videos auf YouTube finde. Hier hatte ich ja auch schon mal welche vorgestellt, so richtig intensiv mit der Erstellung auseinandergesetzt hatte ich mich bislang noch nie. Ich weiß, dass hierfür in gewissen Zeitabständen Fotos aufgenommen werden und diese im Anschluss dann zu einem Video “zusammengesetzt” werden. Das ist zwar korrekt, aber eben nur ein sehr grobes Wissen.

Versucht hatte ich das tatsächlich schon einmal vor Jahren, damals mit der Intervall-Funktion meiner D300, zusammengesetzt hatte ich die Bilder dann wahrscheinlich in Premiere, so genau weiß ich das nicht mehr. Die Ergebnisse waren eher mittelprächtig und ich verlor wieder das Interesse, auch mangels Zeit. Da mir in letzter Zeit aber immer mal wieder Videos von Gunther Wegner, dem Entwickler von LRTimelapse, bei YouTube vorgeschlagen wurden, wurde meine Experimentierfreude wieder ein wenig geweckt. Vergangenes Wochenende konnte ich dann durch mein Dachfenster beobachten, dass die Wolken recht schnell am Himmel entlang zogen und ich hatte Lust auf ein paar Experimente.

Erste Schritte

Wie es sich gehört, habe ich die Kamera aufs Stativ geschraubt und an meinem Dachfenster aufgestellt. Man hat von hier aus einen relativ netten Blick über den Ort und ich musste nicht raus, sondern konnte im gemütlichen Zimmer experimentieren und vor allem sofort am Rechner die Ergebnisse begutachten.

Für die Steuerung der Kamera habe ich mir aus dem Playstore qDslrDashboard installiert, der Preis liegt bei 8,99 €. Im Apple Store ist das Programm aktuell nicht verfügbar, auf der WebSite des Entwicklers wird aber geschrieben, dass derzeit daran gearbeitet wird, dass die App bald wieder für Apple-Geräte verfügbar ist.

Die Verbindung zur Kamera funktionierte recht schnell, ich habe mich via Wi-Fi mit meiner D750 verbunden. Alles danach war dann tatsächlich erst einmal wildes herumprobieren. Für jemanden, der wie ich nicht soooooo gern Handbücher liest, erschließt sich die App nicht auf Anhieb, aber man kommt voran. Den Button für Timelapse Aufnahmen hatte ich dann aber doch relativ schnell gefunden und da einfach mal ein wenig herumprobiert. Ein paar Einstellungen angepasst und ein paar Testbilder über die App geschossen, bis sie auf dem Display der Kamera gut genug aussahen. Und dann ging es auch schon an die ersten Tests. Zunächst ein paar Bilder mit 2s Intervall, das erschien mir dann jedoch ein wenig zu kurz und ich habe eine Testreihe mit einem Intervall von 5 Sekunden gestartet. Belichtungszeit pro Bild 1/400 Sekunde bei einer Blende von 4.5, 24 mm Brennweite, ISO 200. Ursprünglich hatte ich eine Reihe von 750 Bildern eingestellt, dank meiner Ungeduld dann aber nach einer halben Stunde bei gut 360 Bildern gestoppt und die Bilder auf den PC geschoben.

Verarbeitung der Bilder

Für die Verarbeitung der Bilder habe ich auf die Testversion von LRTimelapse zurückgegriffen. Diese ist auf jeden Fall nutzbar, kommt aber mit einigen Einschränkungen daher, beispielsweise sind nur 400 Bilder pro Sequenz möglich. Was für ein Glück, dass ich Dank meiner Ungeduld schon nach gut 360 Aufnahmen abgebrochen hatte. 😀

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag jetzt gern mit ein paar Screenshots aus LRTimelapse garnieren, allerdings sagt mir das Programm jetzt bereits 2 Tage nach der Installation, dass der Testzeitraum abgelaufen sei. Installiert am 15.01.2023, heute haben wir den 17.01. – Etwas ungewöhnlich, ich bin Testzeiträume von 14 Tagen oder 30 Tagen gewohnt.*

2 Tage testen finde ich etwas arg wenig, zumal LRTimelapse ein äußerst komplexes Programm ist und alles andere als selbsterklärend. Versteht mich nicht falsch, es liegt mir fern, das Programm schlecht zu reden, der Funktionsumfang ist gewaltig und ich finde es beachtlich, dass ein Mensch allein so etwas auf die Beine stellt. Aber man merkt dem Programm an, dass das GUI eher nach dem Gesichtspunkt “Alles ist drin” entwickelt wurde als auf Bedienerfreundlichkeit getrimmt ist. Was, angesichts des Funktionsumfangs, auch nicht wirklich leicht ist, ich spreche da aus Erfahrung.

Sei es drum, die Screenshots wären sicher an dieser Stelle für manche recht interessant gewesen, ich hätte anhand derer hier auch gern noch einmal kurz die Schritte aufgezeigt, die ich durchlaufen bin. Ohne gleich ein Tutorial schreiben zu wollen. Aber wie gesagt, die Testversion lässt sich inzwischen nicht mehr starten.* Im Grunde passiert aber ein Großteil der Bearbeitung der Bilder in LRTimelapse und anhand der Video-Tutorials habe ich mich da irgendwie hindurch gefummelt. Die Keyframes wurden in Lightroom bearbeitet, ich habe dann auch noch testweise eins meiner Presets drüber gebügelt und anschließend hat LRTimelapse die Entwicklungseinstellungen für alle Bilder berechnet und geschrieben. Im nächsten Schritt werden die Bilder anhand dieser Daten via Lightroom exportiert und können in LRTimelapse zu einem Video gerendert werden. In der Testversion allerdings nur in HD.

Mir persönlich gefiel das Ergebnis nicht so richtig, daher habe ich die Bildsequenz einfach noch einmal in Premiere geladen und dort dann als Video exportiert. Ich empfand es als deutlich flüssiger, was Premiere mir hier geliefert hat.

Das Ergebnis und so etwas wie ein Fazit

Das Ergebnis ist weit weg von einem Meisterwerk, dennoch möchte ich es an dieser Stelle einmal präsentieren.

Witzig fand ich, dass sich während der Aufnahmen ein Vogel in der Bildmitte auf einen Ast gesetzt hatte und ordentlich vom Wind durchgeschüttelt wird.

Das hier gezeigte Video ist das Ergebnis von ca. 3h Arbeit mit mir noch fremden Tools. Ich glaube, dass man mit LRTimelapse durchaus hervorragende Ergebnisse erzielen kann, hätte aber gern noch etwas mehr getestet. Effektiv 3h Testen empfinde ich als deutlich zu wenig für so ein Tool und Gunther täte meines Erachtens gut daran, hier einen deutlich längeren Testzeitraum anzubieten bzw. gar die eingeschränkte Version dauerhaft nutzbar zu machen. Denn nach so kurzer Zeit treffe ich keine Entscheidungen zum Kauf eines Tools, vor allem wenn mir noch nicht klar ist, ob ich es regelmäßig nutzen will und werde.*
Vielleicht tue ich ihm mit dieser Kritik aber auch Unrecht und es handelt sich nur um einen Fehler, daher werde ich ohnehin noch versuchen, mit ihm diesbezüglich Kontakt aufzunehmen und nachzufragen. Sollte ich eine Antwort erhalten, dann gibt es an dieser Stelle ein Update.

Darüber hinaus hat das Experiment allerdings ziemlich Spaß gemacht und da ich mit der Testversion im Augenblick nichts anfangen kann, werde ich bei Gelegenheit auch mal weitere Möglichkeiten ohne LRTimelapse austesten.

*Update: Kaum habe ich den Beitrag veröffentlicht, schon finde ich die entscheidende Information zur Testversion auf der WebSite:

Wenn du eine Testversion benötigst, verwende bitte auch die Beta-Version, da 6.2 nicht mehr als freie Testversion läuft.

Keine Ahnung, ob das bereits am Sonntag dort stand, beim Schreiben des Artikels war mir dieser Hinweis ja auch nicht aufgefallen. Auf jeden Fall ziehe ich hiermit meine Kritik zur Testversion zurück.

Mirko

Hallo, ich bin Mirko und blogge (mit Unterbrechungen) seit 2004. Ich bin seit 30 Jahren in der IT tätig, kreativer Kopf und Freizeitfotograf mit langjähriger Erfahrung auch im Bereich Design und Bildbearbeitung.

Ich fotografiere aktuell mit meiner Nikon D750, bevorzugt Menschen. Meine erste DSLR war eine Nikon D70, die später durch eine Nikon D300 ersetzt wurde. Bearbeitet werden meine Aufnahmen in der Regel in Adobe Lightroom Classic und Adobe Photoshop. Einfach, weil ich gefühlt schon immer damit arbeite.

Hier möchte ich sowohl meine Fundstücke aus dem Web, als auch meine Erfahrungen oder auch Experimente teilen. Wenn ich über Produkte berichte, dann schreibe ich immer und in jedem Fall meine persönliche Meinung. Es ist nicht möglich, hier positive Beiträge oder Empfehlungen zu kaufen. Auch hier vorgestellte Produkte sind, sofern im Beitrag nicht anders gekennzeichnet, aus eigener Tasche bezahlt und nicht gesponsert.

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