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Photoshops neues Korrekturpinsel-Werkzeug braucht kein Mensch

Korrekturpinsel-Werkzeug in Photoshop? Wo ist das denn zu finden? Auf die Schnelle vorab: Das findet Ihr noch nur in der aktuellen Photoshop beta. Und ich muss ganz ehrlich sagen: Einen derartigen WTF-Moment wie beim Ausprobieren des Korrekturpinsel-Werkzeugs hatte ich zumindest bei Photoshop noch nie.

Aber zunächst erst einmal ganz kurz eine Beschreibung dessen, was das neue Werkzeug tut. Wenn Ihr es in der Pinselpalette ausgewählt habt, könnt Ihr mit einem Pinsel Korrekturen an Helligkeit/Kontrast, Belichtung, Dynamik, Farbton/Sättigung, Schwarzweiß und Fotofilter ins Bild malen.

Wer Photoshop schon länger als 3 Tage kennt, wird an dieser Stelle wahrscheinlich kurz gestutzt haben. “Kenne ich doch, nennt sich Einstellungsebenen, mache ich schon immer so”. Überraschung: Genau das macht auch das neue Werkzeug Korrekturpinsel. Es legt die entsprechende Einstellungsebene an und malt via Maske die Korrektur ins Bild. Im Grunde ist das Werkzeug nichts anderes als eine neue Bedienungsmethode/-oberfläche für eine bereits existierende Funktion. Es wird eine Einstellungsebene mit einer schwarz gefüllten Ebenenmaske angelegt. Statt nun mit Schwarz und Weiß (oder auch einer Variante von Grau) in der Maske zu malen, nutzt man hier einen + und einen – Button, um das Gleiche zu tun. Effektiv passiert auch genau das, aber es wird gewissermaßen “verschleiert”. Aber nicht für alle verfügbaren Einstellungsebenen, sondern nur ein paar wenige. Photoshop kennt 19, nur 6 davon sind via Korrekturpinsel nutzbar.

Wer regelmäßig mit Photoshop arbeitet, wird hier wahrscheinlich genau wie ich keinen Nutzen oder irgendeine Vereinfachung der Workflows erkennen können. Ich finde eher, das Gegenteil ist der Fall. Für Einsteiger mag es auf den ersten Blick vielleicht von Nutzen sein, beim weiteren Nachdenken stellt man aber schnell fest, dass dies eigentlich eher ein Hindernis auf dem Weg ist, die Arbeitsweise von (und mit) Photoshop zu erlernen. Zumal es eher für Verwirrung sorgt, dass die eine Einstellungsebene so verwendet wird und die andere mit Schwarz und Weiß statt mit + und -. Darüber hinaus ist der Nutzen sehr fragwürdig, da Camera Raw und Lightroom mit den Maskierungswerkzeugen inzwischen deutlich komfortablere und umfangreichere Möglichkeiten bieten als der Korrekturpinsel.

Mein Fazit

Adobe vergeudet hier in meinen Augen Entwicklungszeit. Ich bin kein Typ, der an alten Werkzeugen und Methoden festhält, nur weil man etwas schon immer so gemacht hat. Verbesserungen und Vereinfachungen stehe ich immer sehr offen gegenüber und vergesse darüber manchmal sogar die Ursprünge. Beim Korrekturpinsel hingegen kann ich weder eine Verbesserung, noch eine Vereinfachung erkennen. Sondern, wie oben schon geschrieben: einen anderen Weg, das Gleiche zu tun, nur mit ein paar zusätzlichen Klicks. In der Community gehen die Meinungen hierzu offensichtlich auseinander. Während die Einen ähnliche Töne anschlagen wie ich, empfinden andere das Werkzeug als Beschleunigung/Verbesserung des Workflows. Gerade das kann ich persönlich aber tatsächlich am wenigsten nachvollziehen. Und vor allem finde ich, dass es eine Menge andere Stellen gäbe, denen eine Auffrischung oder Modernisierung wirklich guttun würde.

Mirko

Hallo, ich bin Mirko und blogge (mit Unterbrechungen) seit 2004. Ich bin seit 30 Jahren in der IT tätig, kreativer Kopf und Freizeitfotograf mit langjähriger Erfahrung auch im Bereich Design und Bildbearbeitung.

Ich fotografiere aktuell mit meiner Nikon D750, bevorzugt Menschen. Meine erste DSLR war eine Nikon D70, die später durch eine Nikon D300 ersetzt wurde. Bearbeitet werden meine Aufnahmen in der Regel in Adobe Lightroom Classic und Adobe Photoshop. Einfach, weil ich gefühlt schon immer damit arbeite.

Hier möchte ich sowohl meine Fundstücke aus dem Web, als auch meine Erfahrungen oder auch Experimente teilen. Wenn ich über Produkte berichte, dann schreibe ich immer und in jedem Fall meine persönliche Meinung. Es ist nicht möglich, hier positive Beiträge oder Empfehlungen zu kaufen. Auch hier vorgestellte Produkte sind, sofern im Beitrag nicht anders gekennzeichnet, aus eigener Tasche bezahlt und nicht gesponsert.

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